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Auszug aus der Festschrift zur 50 Jahr-Feier 1964-1996

Die Vorzeit
In der Festschrift zur 25-Jahrfeier 1970 ist zu lesen, dass ab 1900 ein Eisspiel mit Krummstock und Schlittschuhen gespielt wurde, dass sich Bandy nannte. Dies wurde vor allem von englischen Wintergästen betrieben, was sich jedoch bald auch auf die Grindelwaldner abfärbte. Mit Unterstützung des Kurvereins entstand 1928 erstmals ein Eishockeyclub. Dessen Tätigkeit beschränkte sich auf Freundschaftstreffen im Wechsel auf einer der damals zwölf im Winter betriebenen Eisbahnen. Die ganze Spielfeldausrüstung wurde jeweils "gezügelt". Während des zweiten Weltkriegs, 1939-1945, starb die Tätigkeit dieses Klubs, der ja weitgehend vom internationalen Wintertourismus gelebt hatte.

Gründerzeit
Am 10. Januar 1946 versammelten sich 11 Männer im Alter von 19 bis 30 Jahren und brachten - so wörtlich im ersten Protokoll - "ganz unwiderstehlich den Willen hervor, einen Club zu gründen". Zur ersten Meisterschaft traten sie im Winter 1947/48 an, dank dem Beitritt zum Kantonalverband und dank dem Entgegenkommen des SC Bern, der seine 5. Mannschaft zugunsten des EHCG aus der Meisterschaft der Serie B (unterste Spielklasse) zurückzog. Es resultierten aus insgesamt 11 Spielen immerhin 14 Punkte.
In der Saison 1949/50 schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die Serie A, und in der Saison 1950/51 bereits den Gruppenmeister in dieser Spielklasse. Erstmals engagierte man in der Sasion 1951/52 den sagenumworbenen Kanadier Malcom Mac Askill und der EHCG wurde Schweizer Meister der Serie A. 1952/53 war auch der Aufstieg in die Nationalliga B perfekt, allerdings resultierte nur ein 4. Gruppenrang hinter Ambri, Bülach und SCE II. Der Ligaerhalt musste und konnte in Relegationsspielen gegen Rot-Blau Bern und Thalwil gesichert werden. Ab nun war der EHC Grindelwald "in". Für die Heimsspiele wurden jeweils sogar Extrazüge von und nach Interlaken geführt.

Goldene Zeiten
Golden kann man sie nennen, weil die Stimmung hoch war und das Ansehen der Mannschaft in weiten Kreisen gut. Schon 1953/54 wurde Grindelwald gruppenzweiter hinter Basel. Nicht zu vergessen, dass Grindelwald auf Natureis spielte und trainierte, während Stadtklubs bereits über Kunsteis verfügten und frühe wie auch geregelte Trainingsmöglichkeiten besassen. Um den Finanzen auszuhelfen, aber auch um die an der Gründungsversammlung anvisierte Kameradschaft zu pflegen, wurden nebst all den schon erwähnten Frohnarbeit auch weitere Aktivitäten gepflegt: Tombola, Lotto-Match und die zur Legende gewordenen Hockey-Abende, damals stolz Hockey-Ball genannt, mit der Bodycheck-Bar und den Cabaret- oder Musical-Shownummern. Diese Hockeyabende wurden zu einem gesellschaftlichen Dorfereignis. Die sportlichen und organisatorischen Anforderungen an einen NLB-Club blieben aber nicht auf Steinzeitniveau stehen und so war es nötig geworden, ab Saison 1956/57 auswärtige Spieler als Verstärkung anzuheuern, was die Kosten abermals erhöhte. So verflossen die 50er Jahre, und das Gold verblich nach und nach unter dem Einfluss von Wetter- und Eispech, steigende Kosten und gestressten Nerven der Klubleitung wie auch der Aktiven. Von einer Kunsteisbahn, von der man sich grosse Erleichterung erhoffte, war schon lange die Rede. Nebst der Geldbeschaffungsfrage war aber auch der Standort eine Knacknuss.

Zwischenzeit
Am 9. September 1960 beschloss eine ausserordentliche Generalversammlung den freiwilligen Abstieg in die 1. Liga. Ausschlaggebend war die Einsicht, dass ohne Kunsteisbahn die Zeit , in der Natureis vorhanden ist, für Training, Meisterschafts- und Freundschaftsspiele sowie für Nachtragsspiele nicht ausreichte. 1970 wurde vom Schweizerischen Eishockey-Verband erwogen, ob Mannschaften ohne Kunsteisbahn noch in der 1. Liga zugelassen sein würden. Ein nochmaliger freiwilliger Abstieg in die untere Spielklasse musste man annehmen, denn Heimspiele auf der benachbarten Kunsteisbahn in Wengen auszutragen, erachtete man aus den verschiedensten Gründen als nicht angebracht. Sportlich war die Mannschaft "zu gut", denn man hätte schon wieder Aufstiegsspiele zu bestreiten gehabt, verzichtete aber darauf. Auf die Saison 1972/73 hin entstand ein kräftiger Aufwind - einige altgediente Spieler aus höherklassierten Clubs stiessen dazu mit dem Resultat: Ende Januar war man schon wieder Gruppenmeister der 2. Liga und war nun willens, in die Aufstiegsspiele zu steigen und im Falle des Erfolgs 1973/74 in Wengen zu spielen. Doch der Aufstieg gelang nicht. Inzwischen war die Erstellung eines Sportzentrums mit Kunsteisbahn auf dem Weg zur Realisierung. Die nochmals verstärkte Mannschaft schaffte bis Ende der Saison 1973/74 den Wiederaufstieg in die 1. Liga und stieg Ende 1974/75 jedoch wieder in die 2. Liga ab. Am 13. Dezember 1975 wurde nun aber das erste Meisterschaftsspiel auf eigenem Kunsteis im brandneuen Sportzentrum gestartet. Völlig ungeschlagen beendete die Mannschaft die Meisterschaft und gewann auch die Aufstiegsspiele. 1976/77 bangte man jedoch wieder um die Liagzugehörigkeit und 1977/78 wurde wieder abgestiegen.

"Profi"-Zeit
In der Saison 1978/79 wurde wieder die Zugehörigkeit zur 1. Liga erreicht. Nach und nach wandelte sich der verschworene Club von Hockeykameraden in eine Firma, die sich laufend mit Transfer- und Budgetfragen zu befassen hatte. Die Zeiten hatten sich geändert. Im März 1981 war der Aufstieg in die NLB perfekt. Grindelwald war nun neben Arosa, Davos und Villars der vierte Nationalligaclub in einem Kurort. Die erste Spielsaison in der NLB verlief knapp. Der Ligaerhalt konnte in den Abstiegsspielen geschafft werden. Der Aufwand aber war gegenüber dem Budget beträchtlich gestiegen. Positiv wirkte sich diese NLB-Zeit jedoch auf das Interesse unter den jüngsten Grindewalder - oder deren Eltern - aus! Es waren ungefähr 45 Knaben in die Nachwuchsorganisation eingetreten.
1982/83 erfolgte der Abstieg in die 1. Liga wo die Saison 1983/984 in allen Spielen der 1. Liga siegreich bestritten wurden, verpassten jedoch den Wiederaufstieg. Im Winter 1985/86 erreichte Grindelwald in der Aufstiegsrunde Platz 3 und konnte am grünen Tisch aufsteigen, weil Arosa freiwillig in die 1. Liga abstieg. Es sollte aber nur für diese eine Saison sein, im Frühling 1987 war man wieder in der 1. Liga. Daran schlossen sich insgesamt 7 Saisons in der 1. Liga an, bis 1993/94 der Abstieg in die 2. Liga Tatsache wurde.